Hund = lat. Canis lupus familiaris (Wolf = lat. Canis lupus)

 

Auch wenn der Hund bereits vor rund 15.000 Jahren domestiziert wurde (einige Schätzungen sprechen von den ersten Versuchen sogar schon vor bis zu 100.000 Jahren) ist er biochemisch betrachtet immer noch ein Wolf. Das bedeutet, dass wir uns die Ernährung eines Wolfes genauer ansehen müssen, um unseren Hunden eine artgerechte und ganzheitliche Fütterung ermöglichen zu können.

Schon der Wolf hat die erstaunliche Fähigkeit sich nach regionalen Gegebenheiten, insbesondere der Nahrungsverfügbarkeit, anzupassen. So kann die Ernährung von 90% Fleischanteil bis hin zu 75% Fischanteil variieren, jedoch immer auch mit pflanzlichen Anteilen. Die Anpassungsfähigkeit des Wolfes hilft natürlich auch dem Hund, aber ACHTUNG! Die Fähigkeit sich anzupassen bedeutet nicht dass dies auch gleichzeitig artgerecht ist, wenn wir unser Tier füttern wie es gerade bequem ist, oder wie es, die auf Gewinnmaximierung ausgerichteten, Konzerne versprechen! Dies zeigt sich durch die Fülle an chronischen Erkrankungen, bedingt durch falsche oder schlechte Fütterung. Ebenso die Vielzahl an Unter- oder Überversorgungen, Allergien und Unverträglichkeiten zeigt dies eindrucksvoll.

Man wird folgenden Hinweis mehrfach auf dieser Homepage finden. Der Grund dafür ist schlichtweg die Wichtigkeit - man kann es einfach nicht oft genug sagen: 90% (!!!!) der chronischen Erkrankungen gehen auf falsche und/oder schlechte Fütterung zurück!

 

Das erste Zwischenfazit also lautet: der Hund ist kein reiner Fleischfresser!

Die natürliche Ernährung  ist allerdings auch niemals rein pflanzlich! Ein artgerechter und gesunder pflanzlicher Anteil beträgt bis zu 30%, im höheren Alter des Hundes bis maximal 50%, der Ernährung - immer in Anpassung an die jeweiligen Umstände wie Alter, Rasse, Bewegungspensum, Krankheiten, Allergien und Unverträglichkeiten, und vielem mehr.

 

Des weiteren auch gleich eine, hier gut passende, Anmerkung zur Thematik der vegetarischen oder veganen Hunde-ernährung: vegetarische oder vegane Ernährung für einen Hund ist eindeutig nicht artgerecht und wird von uns daher strikt abgelehnt.

Begründung dazu: der häufigste Grund für eine vegetarische oder vegane Fütterung ist, dass die Tierhalterin/der Tierhalter sich selbst entsprechend ernährt und ihre/seine Philosphie auf das Haustier übertragen möchte. Ohne diese Ernährungsform beim Menschen ansich zu bewerten ist doch klar und deutlich zu sagen, dass man seine Einstellung nicht auf einen Fleischfresser übertragen darf. Man tut seinem Tier absolut nichts gutes! Andersrum käme man doch auch niemals auf die Idee z.B. seinen Hamster mit Fleisch zu füttern, aus welcher Motivation auch immer.

Sollte der zweite Grund die Motivation dafür sein, nämlich Allergien und Unverträglichkeiten Deines Hundes, so setze Dich bitte mit uns in Verbindung und wir helfen Dir gerne eine speziell angepasste, und trotzdem artgerechte, Fütterungsmöglichkeit zu finden.

 

Wölfe ernähren sich ebenso durch Kräuter, Gräser, Früchte, Blätter und Wurzeln und führen dem Organismus dadurch eine Vielzahl an notwendigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, sowie Rohfasern zu.

Letzteres, die Rohfaser, dient nicht direkt zur Energiegewinnung, ist aber besonders wichtig zur Reinigung des Verdauungstraktes. Dies ist zum Beispiel auch ein Mitgrund wieso Hunde so gerne Pferdeäpfel und Kuhfladen fressen. Sie nehmen dadurch, von Pferd oder Kuh unverdaute, Rohfasern zu sich und reinigen damit ihren Darmtrakt. Ein weiterer Grund ist, dass Pferde auch ein natürliches Antibiotikum ausscheiden, welches ebenso zur Gesunderhaltung der Magen- und Darmflora  beiträgt. Es mag für viele Hundebesitzer grauslich erscheinen, hat aber eben einen wichtigen Grund.

 

Für die Skeptiker an dieser Stelle noch ein weiteres Beispiel aus der Natur: Erlegt ein Rudel ein Beutetier, zumeist einen Wiederkäuer, beansprucht das Alpha-Tier des Rudels den Pansen und Teile des Darms alleinig für sich. Der Pansen ist der größte Vormagen bei Wiederkäuern und beinhaltet vorwiegend vorverdaute Pflanzenbestandteile, aber auch Bakterien und Enzyme. Es zeigt also eindrucksvoll wie wichtig pflanzliche Kost für den Organismus ist, ansonsten würde das Alpha-Tier diese Komponenten nicht  beanspruchen.

 

Es gibt - leider - schon Millionen Theorien zur Fütterung eines Hundes, die Biochemie allerdings lügt nicht und eben dort ist unser Ansatz für die artgerechte, ganzheitliche Fütterung. Um dies verstehen zu können ist es auch notwendig sich einen Überblick über die Verdauung des Hundes zu verschaffen:

 

Überblick der Verdauung:

 

Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Ballaststoffe müssen verdaut werden. Mineralien, Vitamine und Wasser hingegen werden im Verdauungstrakt aufgenommen. Der Prozess, die Nahrung in ihre Bausteine aufzuspalten, findet im Verdauungstrakt statt. Das beginnt am Fang (Maul) und endet am After.

 

Fang (Maul):

 

Während des Transports des Verdauungsbreis helfen die Enzyme der „Verdauungssäfte“ von Speicheldrüsen und Leber die Nahrung zu spalten.

 

Der Mundraum ist der Start des Verdauungstraktes. Hier nimmt der Hund die Geschmacks- und Geruchsprüfung auf. Die Reißzähne dienen zum Verkleinern des Fleischbrockens. Die Nahrung wird mit den Zähnen zerkleinert, zur besseren Gleitfähigkeit mit Speichel vermischt, und mit der Zunge nach hinten geschoben um geschluckt werden zu können.

 

Im Fang befinden sich, unter anderem, folgende Speicheldrüsen:

   Ohrspeicheldrüse - in der Nähe der Ohren

   Unterkieferspeicheldrüse - im Bereich der Kieferwinkel

   Unterzungendrüse - seitlich der Zunge

 

Da Hunde die Nahrung nicht sehr stark zerkleinern müssen die relativ großen Brocken, durch den Speichel, gleitfähig gemacht werden. Schon allein Anblick und Geruch von Futter stimuliert den Speichelfluss und verursacht das Sabbern und Schmatzen.

 

Speiseröhre:

 

Beim Herunterschlucken gelangt das Futter zuerst in den Rachen. Durch den Kontakt des Futters mit der Rachenschleimhaut wird ein Reflex ausgelöst, der das Verschließen von Nasenraum und Kehlkopf hervorruft, so dass das Futter nicht in die Luftröhre gelangen kann. Das Futter gelangt so in den Rachen und über Kontraktion der Rachenmuskulatur in die Speiseröhre.

Die Speiseröhre ist ein muskulöser und dehnungsfähiger Schlauch, der den Rachen mit dem Magen verbindet. Durch das Eintreffen der Nahrunng werden die Ringmuskel, die kurz vor dem Mageneingang liegen, zur Kontraktion (Pristaltik = Muskeltätigkeit von Hohlorgangen) angeregt und befördern die Nahrung richtung Magen.

 

Magen:

 

Der Magen ist ein sackartiges Gebilde, welches sich, je nach Bedarf und Nahrungsaufnahme, ausdehnen kann. Er liegt geschützt hinter den Rippen und ist von außen durch das Bauchfell abgedeckt. Im leeren Zustand liegt der Magen im Brustkorb und kann im gefüllten Zustand bis zum 13. Rippenbogen, oder auch darüber hinaus, ragen.

Im Inneren des Magens befindet sich eine in Falten gelegte Schleimhaut, in der sich ebenfalls Drüsen befinden. Die gesamte Magenwand ist muskulös, insbesondere die Pylorus-Drüsenzone (Übergang von Magen zum Dünndarm).

Starke Kontraktionswellen des Magens bringen den Pylorus-Schließmuskel dazu zu entspannen und die Nahrung in den Zwölffingerdarm, den ersten Teil des Dünndarms, zu entlassen. Der dicke, milchige Speisebrei kann leichter hindurchfließen und es wird auch dafür gesorgt, dass nicht mehr Speisebrei in den Zwölffingerdarm gelangt als dieser störungsfrei bearbeiten kann.

 

Dünndarm:

 

Der Dünndarm (durchschnittlich ca. 4,5m lang) ist der Teil des Organismus, in dem der Nahrungsbrei in kleinste Bestandteile zerlegt wird, so dass diese durch die Darmschleimhaut in das Blut transportiert werden kann. Die Kürze des Hundedarms zeigt deutlich ein anderes Verdauungssystem als bei Pflanzenfressern. Hunde sind daher nicht in der Lage äußerst komplexe Kohlenhydratverbindungen zu verdauen (z.B. Heu, Stroh, Baumrinde, etc.).

Das bedeutet dass der Hund, um für seinen Organismus wichtige Nährstoffe aufzunehmen, die von den Beutetieren bereits vorverdauten Pflanzenteile aufnimmt.

Der Nahrungsbrei, der in kleinen Portionen in den Dünndarm gelangt, wird durch Verdauungssäfte, mit den Sekreten der Dünndarmschleimhaut, dem Gallensaft und der Flüssigkeit aus der Bauchspeicheldrüse gemischt, wodurch Eiweiß, Fette und Kohlenhydrate aufgespalten werden.

Durch die Dünndarmschleimhaut können diese kleinsten aufgespaltenen Bestandteile dann in das Blut oder die Lymphe gelangen. Die Endprodukte der Verdauung werden zur Leber geleitet und dann dem Stoffwechsel zugeführt. Fett wird in die Lymphgefäße aufgenommen und später dem Blutkreislauf zugeführt.

 

Dickdarm:

 

Im Dickdarm werden vorhandes Wasser und Elektrolyte (Salze) resorbiert, somit der Nahrungsbrei eingedickt und zu Kot geformt. Hier findet die Aufnahme von Wasser, wasserlöslichen Vitaminen, Salzen und essentiellen Fettsäuren statt. Vitamin B und Vitamin K werden synthetisiert und ebenfalls aufgenommen.

Der Dickdarm beginnt mit dem Blinddarm und wenn die Nahrung hier ankommt sind die meisten Nährstoffe bereits verdaut worden.

Hier wird Wasser zurückgewonnen und es leben bestimmte Bakterien, die die vom Hund nicht verdauten Ballaststoffe abspalten. Dieser Prozess ist für die Bildung von Gasen verantwortlich, die oft Blähungen verursachen können. Die Dickdarmflore stellt jedoch auch lebensnotwendige Vitamine her und unterstützt damit das Immunsystem des Körpers.

 

After:

 

die Exkremente bestehen aus:

   ca. 60-70% Wasser

   Reste unverdauter Nahrung

   tote Bakterien

   Darmzellen

   anorganische Materialien

 

Kot wird im Rektum gespeichert und durch den analen Schließmuskel ausgeschieden. Auch wenn die Ausscheidung von Kot willkürlich gesteuert wird, kann es doch - insbesondere bei älteren Hunden - zu Problemen kommen (z.B. bei Diarrhöe-Schüben = Durchfall).

Die zu beiden Seiten des Anus liegenden Analbeutel bestehen aus einer sackartigen Hülle, die als Talg- und Schweißdrüsen fungieren. Die Analdrüsen produzieren eine stark riechende, schwarze Paste, die mit dem Kot zusammen abgesetzt wird. Normalerweise entleeren sich die Analdrüsen durch das Pressen beim Kotabgang. Wenn der Ausgang verstopft ist muss der Tierarzt, oder ein erfahrener Bseitzer, nachhelfen.

Über das „Schlittenfahren“ auf dem Boden (das Umherrutschen auf dem Hintern) versucht sich der betroffene Hund von der Drüsenverstopfung zu befreien.

 

Bauchspeicheldrüse:

 

Diese wichtige Drüse hat 2 Aufgaben:

   Abgabe von Verdauungsenzymen an den Darm

   Weitergabe von Hormonen an das Blut

 

Die Bauchspeicheldrüse neutralisiert durch den Bauchspeicheldrüsensaft Natriumbicarbonat aus dem sauren Futterbrei und sorgt für eine alkalische Umgebung, in der die Enzyme des Darms und der Bauspeicheldrüse am besten wirken können.

Eine der bekanntesten, äußerst wichtigen, Funktion der Bauchspeicheldrüse ist die Herstellung des Hormons Insulin und dessen Abgabe in den Blutstrom. Insulin kontrolliert den Blutzuckerspiegel.

 

Leber:

 

Die Leber ist das zweite großte Organ, welches mit dem Dünndarm verbunden ist. Kontinuirlich wird Gallensaft produziert, der in der Gallenblase gepsiechert und, bei Bedarf, durch den Gallenkanal in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Gallensaft enthält Gallensalze, die als Emulatoren wirken, indem sie Fette in kleinste Einheiten formen. Nur so kann das Fett von den fettspaltenden Enzymen im Bauchspeicheldrüsensaft aufgespalten werden. Die Farbstoffe im Gallensaft geben den Exkrementen die charackteristische gelbe Farbe.

Im zentralen Leberlappen, einer von 4, befindet sich die Gallenblase. Die Gallenflüssigkeit ist das Sekret der Leber und dient, unter anderem, zum Alkalisieren des Nahrungsbreis, zur Aktivierung der Bauchspeicheldrüsenenzyme und zur Lösung von Fetten.

 

Die Leber hat folgende wichtige Funktionen im Stoffwechsel des gesamten Organismus:

 

Eiweiß-Stoffwechsel: fast 95% der Proteine werden hier aus Aminosäuren hergestellt. Beim Abbau der Proteine entsteht Harnstoff und Harnsäure, welche unverändert ausgeschieden werden.

 

Kohlenhydrat-Stoffwechsel: Kohlenhydrate werden in Form von Glykogen gespeichert und dem Körper, bei Abruf, als Glucose zugeführt.

 

Fett-Stoffwechsel: umfasst den Aufbau von körpereigenem Fett und den Umbau der Fettsäuren. Die Gallenproduktion erfolgt durch den Abbau von Erythozyten (rote Blutkörperchen) und Fetten.

 

Entgiftung: körperfremde Stoffe (z.B. Gifte, Medikamente, Impfungen, Wurmkuren und verschiedene Stoffwechselprodukte) werden hier so umgebaut, dass sie ausgeschieden werden können.

 

Speicherfunktion: Die Leber speichert fettlösliche Vitamine (A, D, E, K), Eisen, Glykogen und viele weitere Spurenelemente.

 

… alle vorangegangenen Informationen stellen nur einen überschaubaren Auszug aller Funktionen der Leber dar. Die Leber ist das größte innere Organ des Körpers und verfügt insgesamt über schätzungsweise 1.500 Funktionen, bei denen der Stoffwechsel von entscheidender Bedeutung ist. Durch das überaus große Spektrum der Leberfunktionen kann eine Behandlung häufig schwierig sein. Allerdings kann aufgrund des hohen Regenerationspotentials in rund 80% die Regeneration erfolgreich verlaufen, vorausgesetzt die Schädigung ist noch nicht zu groß.

In konkreten Fällen stehen wir Dir gerne unterstützend zur Seite - bitte dazu um direkte Kontaktaufnahme!

 

kommen wir also weiter zu den Komponenten der Fütterung:

 

Hunde benötigen eine Vielzahl an Nährstoffen um überleben zu können. Nährstoffe sind Bestandteile der Nahrung, die entweder Energie liefern oder für die Stoffwechselvorgänge im Körper wichtig sind. Fleisch alleine reicht nicht aus. Eigentlich benötigen unsere Hunde Beutetiere, die ihnen die notwendigen Nährstoffe liefern. Wenn man die entsprechenden Bestandteile kennt und berücksichtig, können wir unsere Hunde artgerecht ernähren.

 

Die Bestandteile sind:

   Wasser

   Kohlenhydrate

   Fette, tierische und pflanzliche

   Proteine

   Mineralien und Spurenelemente

   Vitamine

 

fehlt auch nur eine dieser Komponenten hat dies gravierende Mangelerscheinungen zur Folge.

 

Wasser:

 

Circa 70% des Hundes bestehen aus Wasser. Ein Verlust von nur 10% Körperflüssigkeit bedeutet den sicheren Tod. Hingegen würde der Organismus sogar den vollständigen Verlust des Körperfettes, sowie den Verlust von 50% der der gebundenen Proteine, tolerieren.

Wasser ist der Transporteur für Blut, Sauerstoff, Nährstoffe, Schweiß, lymphatisches Geschehen, Sekrete und Urin. Wasser regelt den Temperatur-Ausgleich, denn es hält über den Abtransport von Wärme die Körpertemperatur konstant.

Es bindet verstoffwechselte, auszuscheindende Produkte über Kot und Urin und verdünnt das Blut, wodurch das Herz-Kreislauf-System unterstützt wird.

Im Kontext möchte ich an dieser Stelle auch besonders auf das separat behandelte Thema Trockenfutter verweisen: Trockenfutter - wieso kein Trockenfutter?

 

Energie:

 

Als Energie bezeichnet man die Brennwerte der organischen Bestandteile der Nahrung, also von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen. Die Energiedichte wird durch das Verhältnis dieser 3 Nährstoffe zueinander bestimmt. So ist z.B. fettreiche Nahrung energiereicher, da Fett 2,25% mehr Energie zur verfügung stellen kann als Proteine oder Kohlehydrate. Wasser dagegen hat überhaupt keinen Energiewert.

 

Die Energie dient zur Aufrechterhaltung von Körpertemperatur, Kreislauf, Nahrungsaufnahme, Atmung, Verdauung und Ausscheidung.

 

Fette und Fettsäuren:

 

Gesättigte Fettsäuren (enthalten z.B. in Fleisch) liefern viel Energie mit einem Gehalt von 9,3kcal/gr. Die ungesättigten Fettsäuren hingegen haben wichtige Funktionen im Stoffwechsel und sind durch nichts anderes zu ersetzen.

Das Verhältnis des Bedarfs an Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren ist 1:5. Eine abwechselnde Fütterung von kaltgepressten Lein-, Hanf-, Walnuss- und Lachs-Öl, sowie Lebertran ist zu empfehlen.

 

Kohlenhydrate:

 

Kohlenhydrate sind reine Energielieferanten. Der Energiegehalt von Kohlenhydraten entspricht in etwa 4,2kcal/gr.

Die Hauptlieferanten für Kohlenhydrate sind Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, wie Obst, Gemüse, Salat, Getreide, Pseudogetreide und Getreideprodukte, wovon jedoch bei weitem nicht alle für den Hund empfehlenswert sind! (eine Auflistung dazu findest Du an seperater Stelle)

 

Ballaststoffe, die auch zu den Kohlenhydraten gehören, sind die unverdaulichen Bestandteile von Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft und fördern eine gesunde Darmflora.

 

Rohfaser / Cellulose sind nicht gleich Ballaststoffe, sondern ein wasserunlöslicher Bestandteil der Ballaststoffe. Insgesamt ist der Gehalt an Kohlenhydraten im Fleisch so gering, das er ernährungsphysiologisch nicht erwähnenswert ist.

 

wasserlösliche Ballaststoffe sind zum Beispiel:

 

   Pektine aus Obst und Gemüse, wie Äpfel und Karrotten (durchfallhemmend)

   erhitzte Stärke aus Kartoffeln

   Inulin aus Chicoree und Topinambur (roh und auch gedünstet; Inulin ist die Nahrungsquelle für gesunde Darmbakterien)

 

wasserunlösliche Ballaststoffe sind zum Beispiel:

 

   ganze Getreidekörner wie Leinsamen oder Kleie (Schalen der Getreidekörner)

 

Proteine:

 

Die Energiegewinnung aus Proteinen dient zur kurzfristigen Energieversorgung. Als Strukturproteine sind sie für den Muskelaufbau verantwortlich. Protein speichert, wie Fett, Energie und wird im Notfall, bei Mangel an Fetten (wie z.B. nach einer Reduktionsdiät) zur Energiegewinnung herangezogen.

Der Energiegehalt von Proteinen entspricht in etwa 4,2kcal/gr.

Generell ist tierisches Protein/Eiweiß wertvoller als pflanzliches, da das Proteinaus tierischen Quellen dem körpereigenen, von der Aminosäuren-Zusammensetzung her, am ähnlichsten ist. Es ist wichtig, dass alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge ber der täglichen Fütterung vorhanden sind. Schon das Fehlen einer einzigen essentiellen Aminosäure führt dazu, dass bestimmte Proteinverbindungen nicht mehr hergestellt werden können.

 

Vitamine:

 

Die Aufgaben der Vitamine bestehen in der Regulierung der verwertung von Kohlehydraten, Proteinen und Mineralstoffen.

 

Für die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden Fette und Mineralstoffe benötigt, damit sie im Verdauungstrakt gut aufgenommen werden können, Die fettlöslichen Vitamine werden im Körper gespeichert. Es ist also Vorsicht geboten, da hier auch eine Überversorgung stattfinden kann.

 

Wasserlösliche Vitamine werden nur in der geringen Mengen, bis gar nicht, gespeichert und müssen daher fortlaufend mit der der Nahrung / Fütterung zugeführt werden.

Die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6 und B7 sind wichtig für die Ausnützung der Futterenergie.

Die Vitamine B11 und B12 sind erforderlich für das Zellwachstum und die Zellerhaltung.

 

zum Thema Vitamine siehe auch die detailiertere Auflistung unter: Vitamine

 

Abschließend möchte ich an dieser Stelle abermals darauf hinweisen, dass alle aufgelisteten Informationen nur ein Bruchteil aller relevanten biochemischen Vorgänge im Körper und Bestandteile der Verdauung darstellen. Es ist „nur“ ein kleiner Einblick in eine äußerst komplexe und umfangreiche Materie. Es soll dazu dienen das Verständnis über die Wichtigkeit der artgrechten und ganzheitlichen Ernährung zu stärken. Es ist NICHT dazu gedacht, bei Problemen Deines Haustieres, selbst „herumzudoktern“. Vielmehr soll es das Bewusstsein schärfen die bisherige Fütterung zu hinterfragen, um Deinem 4-beinigen Begleiter ein langes, gesundes, energiereiches und sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Wir stehen jederzeit gerne für Einzelanalysen zur Verfügung und helfen Dir auch gerne bei diversen Hürden weiter.